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Ergotherapie in der Padiatrie

Die Pädiatrie ist ein Arbeitsfeld, das sich an Kinder und Jugendliche richtet. Die Bandbreite umfasst Kinder mit leichten Entwicklungsstörungen, die sich durch Beratung der Angehörigen und Bezugspersonen, sowie Begleitung und Therapie, meist ohne bleibende Beeinträchtigungen gut entwickeln können, bis hin zu Kindern, deren Behinderung ihr Leben und das ihrer Angehörigen lebenslang prägen wird.

 

Dabei ist nicht zwingend die Diagnose Anlass zur Therapie, sondern das Maß an Beeinträchtigung und Behinderung im Alltag der Kinder. Die Umwelt, das Elternhaus und andere mit dem Kind lebende und agierende Personen, werden in die Therapie mit  einbezogen.

 

KRANKHEITSBILDER UND DIAGNOSEN

Häufig bestehen Störungen des Bewegungsablaufs in Folge von Hirnschädigungen, vielfach auch Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen (Grobmotorik und Feinmotorik). Hierdurch ist oft die Koordination beeinträchtigt, sodass Tätigkeiten nur bedingt oder über- haupt nicht ausgeführt werden können. Sinnesbehinderungen und Beeinträchtigungen der kognitiven Entwicklung im Zusammenhang mit Wahrnehmungsstörungen, z. B. auditive Wahrnehmung (Hörfähigkeit) und visuelle Wahrnehmung (Sehfähigkeit), führen wiederum zu Störungen in der Sozialentwicklung und Kommunikationsfähigkeit. Das große Spektrum der Krankheitsbilder und Diagnosen in der Pädiatrie beinhaltet sowohl pränatale (vorgeburtliche) Syndrome (z. B. Trisomie 21) als auch psychische Erkrankungen (z. B. Essstörungen) und bietet viele Entwicklungschancen, die in der Ergotherapie genau erfasst und verfolgt werden.

 

Herausgeber: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. Postfach 2208, 76303 Karlsbad, , www.dve.info

 

Ein entsprechend ausgebildeter Therapeut führt als erstes eine ergotherapeutische Befundung durch. Zusammen mit den Eltern wird ein Behandlungsplan aufgestellt.

 

ZIELE UND AUFGABEN

  • Identifizierung der Probleme des Kindes bei der Betätigung in Alltag, Kindergarten/Schule und Freizeit
  • Festlegung konkreter Behandlungsziele (je nach Alter) gemeinsam mit dem Kind und seiner Familie und anderen Bezugspersonen
  • Genaue Beobachtung und Förderung körperlicher und kognitiver (geistiger) Fähigkeiten des Kindes
  • Genaue Beobachtung der auf das Kind einwirkenden Umwelteinflüsse (Umweltfaktoren), einschließlich der Interaktionen zwischen Kind und Eltern
  • Unterstützung von Handlungen und Handlungsmöglichkeiten des Kindes (besonders unter Berücksichtigung von alterstypischen und individuellen Entwicklungsfortschritten)
  • Förderung von psychischer Stabilität und Selbstvertrauen (z. B. bei Essstörungen)
  • Förderung sozialer Kompetenzen (z. B. bei Autismus)
  • Unterstützung kognitiver Funktionen (z. B. Konzentration und Merkfähigkeit, Orientierung zu Person, Zeit und Raum, Wahrnehmungsselektion und -verarbeitung)
  • Unterstützung körperlicher Funktionen (Beweglichkeit und Geschicklichkeit

 

Herausgeber: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. Postfach 2208, 76303 Karlsbad, , www.dve.info

 

Ergotherapeuten haben die Möglichkeit einer Einzelbehandlung des Kindes, was anderen Berufsgruppen wie bspw. Lehrern oder Erziehern in der Regel nicht möglich ist. Diese Tatsache ist für kindliche Entwicklungsförderung und Lernen von großem Vorteil.

Es besteht zudem die Möglichkeit, an bestimmten Themen mit den Kindern und Jugendlichen  in Form von Parallelbehandlungen oder in (Klein-)Gruppen zu arbeiten. Beispielsweise bei der Durchführung von „Konzentrationstrainings“ oder dem „Sozialen

Kompetenztraining“.

 

Zudem können wir unter bestimmten Voraussetzungen die Kinder auch in Familienzentren, Kindergärten, oder Schulen behandeln. Dies bietet die Möglichkeit der Begleitung der Kinder in ihrem konkreten Lebensumfeld, sowie die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Folgende Therapiemethoden, die entsprechende Fortbildungen erfordern, integrieren wir in unsere Behandlungen:

  • Sensorische Integrationstherapie (nach Jean Ayres)
  • Psychomotorik
  • Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche mit eingehender Videodiagnostik (IntraAktplus-Konzept nach Jansen und Streit) www.intraactplus.eu
  • Marburger Konzentrationstraining (Dieter Krowatschek und Gita Krowatschek) 
  • Aufmerksamkeits- und Strategietraining (nach Lauth & Schlottke)
  • Training für Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen - „Attentioner“ (von Claus Jacobs, Franz Petermann)
  • Elterntraining für Eltern von ADS Kindern 
  • Methoden zum Training der zentralen Hörverarbeitung (unter anderem nach AUDIVA und Warncke)
  • Behandlung nach Bobath
  • Behandlung nach Affolter 
  • Frostig Konzept
  • Autogenes Training für Kinder
  • Ergotherapeutisches Soziales Kompetenztraining (EST)
  • Psychomotorik